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PSD2 – the changes and opportunities explained

PSD2 wird den Zahlungssektor erschüttern. Was bedeutet das für Sie als Händler oder Marktplatz? Worldpay und sein PSD2-Experte Charles Damen sind hier, um die Veränderungen bei PSD2 zu erklären und die sich daraus ergebenden Chancen aufzuzeigen.

Was ist PSD2? 

Im Jahr 2009 wurde die erste Richtlinie über Zahlungsdienste (Payment Services Directive, kurz PSD) der Europäischen Union (EU) entwickelt, um Zahlungsdienste und -anbieter in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zu regulieren. Ziel war es, den europaweiten Wettbewerb zu stärken, die Zahlungsverkehrsbranche für Nichtbanken zu öffnen und faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, indem der Verbraucherschutz sowie die Rechte und Pflichten von Zahlungsanbietern und -nutzern miteinander in Einklang gebracht werden. Aufgrund von Verhaltensänderungen wurde eine Aktualisierung der PSD, genannt PSD2, erforderlich. Dies wird erhebliche Auswirkungen auf den Zahlungsmarkt für alle Zahlungsdienstleister (Payment Service Providers, kurz PSPs) und Händler haben.

Bei Worldpay sind wir an vorderster Front der regulatorischen Aktivitäten. Der ständige Kontakt mit den Regulierungsbehörden und Aufsichtsbehörden der EU und des Vereinigten Königreichs sowie mit Open Banking ermöglicht es uns, wichtige Geschäftschancen zu identifizieren. Damit können wir Sie darüber beraten, wie Sie die Veränderungen zu Ihrem Vorteil nutzen können. An dieser Stelle stellen wir Ihnen die Änderungen und Neuerungen in Bezug auf PSD2 vor.

PSD2 beinhaltet drei wesentliche Änderungen für Händler:

  1. Mehr Innovation durch Zugang zu Kundenkonten (XS2A)
  2. Erhöhte Sicherheit und weniger Betrug durch Strong Customer Authentication (SCA)
  3. Stärkung des Verbrauchervertrauens durch verbotene Gebührenzuschläge

1. Zugang zu Kundenkonten (XS2A)

Dies ist möglicherweise eines der am stärksten umgestalteten Elemente von PSD2. Bisher war der Zugang zu Bankkonten entweder dem Kontoaussteller oder unregulierten Anbietern mit Hilfe von „Screen Scraping“ (dem automatischen Auslesen von Websites) und Verbrauchersicherheitsnachweisen vorbehalten. Im Rahmen von PSD2 kann jede regulierte Drittpartei nun mit Zustimmung des Verbrauchers auf das Bankkonto eines Verbrauchers zugreifen. Dies gibt Händlern die Möglichkeit, auf Daten zuzugreifen und Zahlungen einzuleiten – und die Kreditinstitute sind verpflichtet, Schnittstellen zur Verfügung zu stellen, die diesen Vorgang unterstützen.

Diese Neuerung (im Vereinigten Königreich auch als „Open Banking“ bekannt) wird zu mehr Innovation in der Zahlungsbranche führen, mit neuen Kundenerfahrungen auf der Grundlage von Services von Account Information Service Providern (AISP) und Payment Initiation Service Providern (PISP). So könnten Verbraucher beispielsweise alle ihre Konten an einem Ort sehen oder Onlinezahlungen per Überweisung vornehmen. Onlinezahlungen per Überweisung sind in den Niederlanden bereits sehr beliebt: Über 56 % der Zahlungen erfolgen mit dieser Methode, gegenüber nur 20 % über Kartensysteme.1

XS2A bietet Händlern zwei Geschäftschancen: Erstens wird der Zugriff auf Bankdaten die Entwicklung von Data Insight Tools begünstigen, die es den Händlern ermöglichen, personalisiertere Angebote anzubieten. Und zweitens werden Händler in der Lage sein, über PISP-Services neue Zahlungsmethoden mit geringeren Kosten und Rückbuchungsrisiken anzubieten.

2. Starke Kundenauthentifizierung (SCA)

Ab September 2019 müssen alle elektronischen Zahlungsvorgänge mit mindestens zwei von drei möglichen Verfahren authentifiziert werden:

  • Wissen: etwas, das nur der Nutzer kennt, wie ein Passwort
  • Besitz: etwas, das nur der Nutzer besitzt, wie ein Token oder ein Mobilgerät.
  • Inhärenz: etwas, das der Nutzer ist, wie ein biometrischer Scan (z. B. des Fingerabdrucks)

SCA (oder Zwei-Faktor-Authentifizierung) zielt darauf ab, Betrug einzudämmen. Die Herausforderung besteht jedoch darin, SCA zu implementieren, ohne die Kunden zu verscheuchen oder die Genehmigungsraten zu senken. Die Verbraucher von heute sind mit den nahtlosen Abläufen und reibungslosen Transaktionen von Erlebnissen wie Amazon und Uber vertraut.

Doch es gibt bestimmte Ausnahmen von SCA, die dazu beitragen werden, ein reibungsloses Zahlungserlebnis zu gewährleisten:

  1. Vertrauenswürdige Zahlungsempfänger („Trusted Beneficiaries“)
    Verbraucher können Händler auf die Whitelist eintragen lassen, die sie für vertrauenswürdig halten, so dass für diese keine SCA erforderlich ist.
     
  2. Wiederkehrende Zahlungsvorgänge („Recurring Transactions“)
    Wenn ein Verbraucher eine regelmäßige Zahlung in gleicher Höhe an dasselbe Unternehmen leistet, wird SCA nur für die erste Transaktion benötigt.
     
  3. Kleinbetragszahlungen („Low-value Transactions“)
    Für Transaktionen unter 30 € ist SCA nicht erforderlich.
     
  4. Niedrigrisiko-Transaktionen
    Transaktionen mit geringerem Risiko, die einer Echtzeitbewertung unterzogen wurden, können ohne SCA verarbeitet werden.

Echtzeit-Betrugsmanagement, Verhaltensanalysen und der Einsatz von Machine Learning werden für die Verwaltung eines erfolgreichen Zahlungserlebnisses zu einem entscheidenden Faktor.

Dort, wo SCA erforderlich ist, wird die Biometrie zweifellos eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung des besten Verbrauchererlebnisses spielen. Über 60 % aller neuen Smartphones verfügen inzwischen über biometrische Funktionen wie Fingerabdrucksensoren, Sprach- oder Gesichtserkennung. Darüber hinaus erleben gängige Authentifizierungsmethoden wie 3D Secure (3DS) eine deutliche Veränderung. Der neue Standard 3DS2 unterstützt nun den Einsatz von Biometrie und bietet Händlern die Möglichkeit, das Authentifizierungserlebnis für den Verbraucher durch eine verbesserte Integration mit Kaufabwicklungsseiten sowohl im Internet als auch auf dem Mobilgerät zu optimieren.

Worldpay kann Händlern helfen, die besten und nahtlosesten Zahlungserlebnisse in dieser neuen Landschaft zu finden, indem es sowohl das Risiko als auch die Zahlungsakzeptanz verwaltet.

Sind Sie bereit für PSD2?

 

3. Änderungen der Zuschläge

Die bisherigen PSD-Richtlinien haben die Gebühren für alle Zahlungsmethoden beschränkt. PSD2 geht noch weiter und führt ein Verbot von Gebühren für alle Zahlungen ein, bei denen die Kredit-, Debit- oder Prepaid-Karte eines Verbrauchers verwendet wird. Die Abschaffung überraschender Gebühren bei der Kaufabwicklung steigert die Transparenz bei den Händlern und schafft letztlich Vertrauen beim Verbraucher.

Für bestimmte Händler waren die Gebühren ein wichtiger Bestandteil ihrer Preisstrategie und dienten der Weitergabe der Kosten für die Zahlungsabwicklung. Diese Möglichkeit wurde mit dem Verbot der Gebührenerhebung weiter eingeschränkt. Es gibt jedoch eine Reihe von Möglichkeiten, das Verbot zu umgehen, wie Charles Damen erklärt: „Im Grunde bedeutet dies, dass Händler entweder die Kosten des Zahlungsvorgangs in die Gesamtkosten der Waren oder Services einbeziehen, die Kosten auf andere Weise wieder hereinholen oder einen Rabatt auf die günstigste Zahlungsmethode gewähren müssen.“

Wenn sich das Verbot auf Ihre Geschäftstätigkeit auswirkt, kann Worldpay Ihnen helfen, die verfügbaren Optionen zu ermitteln.

Wie wirkt sich PSD2 auf Marktplätze aus?

PSD2 hat eine Reihe von Änderungen an Marktplätzen vorgenommen, die Zahlungen im Namen von Käufern und Verkäufern von Waren und Services abwickeln. Worldpay hat bereits eine Reihe von globalen Marktplätzen bei der Verwaltung ihrer Zahlungen unterstützt. Gemäß PSD1 konnten Marktplätze den Ausschluss auf Handelsvertreter anwenden und so die Verpflichtung vermeiden, ein zugelassenes Zahlungsinstitut zu werden, aber im Rahmen von PSD2 hat sich dieser Ausschluss geändert und ist in seinem Umfang eingeschränkter geworden, was es für Marktplätze schwieriger macht, diesen Ausschluss zu nutzen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Marktplätze der neuen Richtlinie gerecht werden können. Die wichtigste Option ist es, ein Zahlungsinstitut zu werden – was erhebliche Kosten und eine operative und regulatorische Aufsicht mit sich bringt. Die zweite Möglichkeit besteht darin, einen Teil der Marktplatzfunktionen, wie Zahlungen und Kundeneinbindung, an ein lizenziertes Zahlungsinstitut auszulagern.

Es gibt jedoch andere, viel einfachere Möglichkeiten, als den Marktplatz in ein Zahlungsinstitut umzuwandeln. Durch die Überarbeitung des Umfangs und des Geschäftsmodells seiner Services könnte ein Marktplatz versuchen, sich in den eng gefassten Ausschlussbereich für Handelsvertreter in PSD2 einzufügen und so größere Änderungen zu vermeiden.

Worldpay kann Ihnen die relevanten Optionen erläutern, um Sie bei der Suche nach der besten Lösung für Ihr Unternehmen zu unterstützen.

Wie das PSD2-Team von Worldpay helfen kann

Auf den ersten Blick mögen die neuen aktualisierten Verordnungen von PSD2 wie eine Menge gewaltiger Veränderungen erscheinen, die es zu bewältigen gilt, aber hier bei Worldpay betrachten wir die neuen PSD2-Richtlinien auch als Startpunkt für neue Geschäftschancen, die wir gerne mit Ihnen gemeinsam umsetzen möchten.

Möchten Sie mehr über die Auswirkungen von PSD2 auf Ihr Unternehmen erfahren? In unserem PSD2-Whitepaper finden Sie einige Tipps und Richtlinien, wie Sie reagieren sollten. Um sicherzustellen, dass Sie umfassend informiert sind, werden wir unsere Informationen im Zuge der Weiterentwicklung von PSD2 kontinuierlich aktualisieren.

Lernen Sie den Experten kennen

Charles ist Senior-VP für Produktstrategie bei Worldpay und verantwortlich für PSD2 und Open Banking. Er hat einen dualen Bachelor-Abschluss in Europäischer Wirtschaft und verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in den Bereichen Zahlungsverkehr, Mobile Computing und Internet.

1eCommerce Payment Monitor, 2015 – G/K

Haftungsausschluss: Dieser Artikel war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (April 2018) korrekt.

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